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PROJEKT DER IHK

Spanische Azubis für den Mittelstand

Während hierzulande die demographische Entwicklung der kommenden Jahre ihre Schatten voraus wirft und in vielen Branchen ein Fachkräftemangel droht, liegt in Spanien die Jugendarbeitslosigkeit bei 45 Prozent.  Während des Baubooms wurden viele ungelernte Arbeitskräfte beschäftigt, die jetzt ohne Ausbildung und Beruf auf der Straße stehen. Die Industrie- und Handelskammer Karlsruhe setzt sich nun dafür ein, für spanische Fachkräfte und angehende Auszubildende Arbeitgeber und Ausbildungsbetriebe in der TechnologieRegion zu finden.

Laut Ausbildungsberater Josef Stößer, sollen im Frühjahr 20 Jugendliche aus Spanien zunächst für ein Praktikum nach Karlsruhe kommen und drei Monate lang in Betriebe hineinschnuppern. „Dank der günstigen Verkehrsanbindung kämen auch Nachwuchs suchende Betriebe im Landkreis Rastatt in Frage“, so Stößer, der darauf hinweist, dass das Pilotprojekt vor allem für den Mittelstand gedacht sei. Für die Unterkunft der jungen Spanier und die sprachliche Schulung sorgt während des Aufenthaltes die IHK. „Wir suchen in Spanien derzeit junge Leute, die gut in den Metall-, Elektro- und IT-Bereich passen.“ Sofern sich die jungen Leute in Deutschland wohl fühlen und die Betriebe sich eine Zusammenarbeit vorstellen können, sei es denkbar, dass sich an das Praktikum eine Ausbildung anschließe. Stößer berichtet, dass das Interesse in Spanien wegen der hohen Jugendarbeitslosigkeit groß sei; die Goethe-Institute, die Deutschkurse anbieten, könnten sich vor Anfragen kaum retten. Die Zusammenarbeit mit der Industrie- und Handelskammer in Madrid funktioniere ebenfalls gut.

Froh ist Stößer darüber, dass die Ausbildungssituation in diesem Jahr durch den doppelten Abitursjahrgang wohl noch nicht so prekär wird. So könne das Pilotprojekt in Ruhe anlaufen und dann im nächsten Jahr auf eine größere Anzahl junger Leute und auch auf andere Ausbildungsbereiche ausgeweitet werden. Schon jetzt seien viele Betriebe auf der Suche nach qualifizierten Kräften und könnten auch ihre Ausbildungsplätze nicht mehr vollständig besetzen.

DOKUMENT-NR. 86440

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