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ZAHL DER AUSZUBILDENDEN IN DER BRANCHE DEUTLICH GESUNKEN

Fachkräftemangel ist im Tourismus angekommen

 Anlässlich des Tourismustages auf der CMT in Stuttgart hat der Baden-Württembergische Industrie- und Handelskammertag (BWIHK) die Ausbildungsstatistikfür die Berufe in der Tourismusbranche vorgelegt. Im Ergebnis ist die Zahl der Auszubildenden im zweiten Jahr in Folge um sieben Prozent gesunken. Im Gastgewerbe und in der Reisebranche sind zusammen rund 9.800 junge Leute in der Ausbildung; 4.000 davon haben im vergangenen Jahr ihre Ausbildung begonnen. Damit konnten sechs Prozent weniger neue Ausbildungsverträge eingetragen werden. „Wie man an diesen Zahlen unschwer erkennen kann, ist der Fachkräftemangel vor allem im Gastgewerbe längst angekommen und der Kampf um die Schulabgänger hat begonnen. Daher stehen in allen Regionen des Landes noch genügend unbesetzte Ausbildungsstellen zur Verfügung.“, so Martin Keppler, Hauptgeschäftsführer der im Tourismus für den BWIHK federführenden IHK Nordschwarzwald.

Qualifizierte Fachleute dringend benötigt

Im Gastgewerbe werden in allen Berufen rund 8.800 junge Leute in den Betrieben im Land ausgebildet. Beliebt sind nach wie vor die „Klassiker“: 3.000 Köche, 2.900 Hotelfachleute und 1.200 Restaurantfachleute sind aktuell in ihrer Ausbildung. Zum Teil gab es im Gastgewerbe bei den Neueintragungen, also den neuen Azubis, einen Rückgang von bis zu 15 Prozent in einzelnen Berufen. „Das Gastgewerbe kann auch in Zukunft ein attraktiver Arbeitgeber sein, wenn die Qualität der Aus- und Weiterbildung im Mittelpunkt steht. Dies ist der Schlüssel zu qualifizierten Fachkräften“, erklärte Martin Keppler bei der Pressekonferenz des Wirtschaftsministeriums anlässlich des CMT-Tourismustages. Mit Blick auf die sinkende Zahl der Schulabgänger werden zukünftig vor allem in den Tourismusregionen im Südwesten qualifizierte Fachleute dringend benötigt.

Hohes Ausbildungsniveau

Das Ausbildungsniveau in Baden-Württemberg im Tourismusgewerbe war auch im vergangenen Jahr topp. In 2011 konnten wieder Bundessieger aus Baden-Württemberg in den gastgewerblichen Berufen punkten: so kommt die Prüfungsbeste aller IHKs in Deutschland bei den Fachkräften im Gastgewerbe aus Baden-Baden (Brenner’s Park Hotel), die bundesbeste Köchin
wurde in Bad Säckingen ausgebildet (Restaurant Fuchshöhle) und Deutschlands beste Restaurantfachfrau stammt aus Baiersbronn (Hotel Sackmann). Die beste Servicekauffrau im Luftverkehr wurde am Flughafen Stuttgart ausgebildet.

Keine Rückgänge in der Reiseverkehrsbranche

In der Reiseverkehrsbranche gab es im Gegensatz zum Gastgewerbe keine Rückgänge. Aktuell feiert das klassische Reisebüro sogar eine Renaissance, da die Kunden trotz Internet-Angeboten und vielfältigen Möglichkeiten für Online-Buchungen die besondere persönliche Beratung im Reisebüro zu schätzen wissen. Zum 1. August 2011 wurde der Beruf des Reiseverkehrskaufmanns
novelliert: beim neuen Berufsbild der Tourismuskaufleute liegt der Schwerpunkt nun stärker auf Geschäftsreisen und einer noch detaillierten individuellen Beratung. Ein Plus von 34 Prozent bei den Neueintragungen der Ausbildungsverträge ist das positive Ergebnis der Entwicklungen dieser Branche.

DOKUMENT-NR. 86491

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