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Ein Beispiel: Eine 17jährige Auszubildende wird ungewollt schwanger. Die Eltern, bei denen sie noch lebt, weigern sich, ein Baby bei sich aufzunehmen, der Freund rät zum Abbruch. Wie soll sich die junge Frau verhalten? Was sagt der Arbeitgeber? Wird sie ihre Ausbildung fortsetzen können? Wo soll sie wohnen? Wer zahlt den Unterhalt? Welche Anträge sind zu stellen? Den Weg durch den Förderdschungel, wie Verena Gay, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt bei der Agentur für Arbeit Karlsruhe, es nennt, muss die Auszubildende alleine mit dem schweren Rucksack voller Angst, Scham und Unsicherheit durchwandern. Am Wegesrand stehen eine Reihe von hilfreichen Institutionen, wie Arbeitsagentur, soziale Einrichtungen, IHK, Handwerkskammer oder der CJD mit dem Angebot der Teilzeitausbildung. In einer Fachveranstaltung mit dem Titel „Übergänge für junge Mütter und Väter in Ausbildung und Arbeitsmarkt“ hat das Karlsruher Bündnis für Familie Vertreter dieser Institutionen eingeladen, auf die Stolpersteine auf dem Weg hinzuweisen und in vier Foren an Verbesserungsmöglichkeiten zu basteln.
Alle Potenziale ausschöpfen
Fakt sei, dass die Gesellschaft und die Unternehmen diese jungen Eltern brauchen. Nicht nur aus sozialen Gründen, sondern, wie IHK-Geschäftsbereichsleiter Alfons Moritz, erklärte, vor dem Hintergrund der erwarteten Fachkräftelücke. „ Wir werden in Zukunft verstärkt alle Potenziale ausschöpfen und dabei selbstverständlich auch jungen Müttern und Vätern eine Chance auf Ausbildung geben. Schon jetzt setzen sich die IHK-Ausbildungsberater dafür ein, jungen Eltern den Einstieg in die Ausbildung zu erleichtern. In Gesprächen mit den Unternehmen und in Zusammenarbeit mit dem CJD werden Wege gefunden, passende Ausbildungsstellen zu finden, die eine Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermöglichen.“
Hand in Hand durch den Dschungel
Neben der Beantragung aller nötigen Fördergelder sei für die jungen Mütter und Väter die angemessene Kinderbetreuung ein ganz wichtiger Faktor. Und genau die ist derzeit nicht unbedingt gewährleistet. Eins zu zehn, so laute die Chance auf einen KITA-Platz, wie Peer Giemsch vom Gesamtelternbeirat ausführte. Die wenigsten wüssten dabei, dass eine alleinerziehende junge Mutter das Recht auf Kinderbetreuung habe. Sie brauche lediglich jemanden, der sie darüber informiert und sie dann auf dem Weg an die Hand nimmt. Giemsch rät den jungen Eltern auch, sich an ihren Chef zu wenden, der „mit Sicherheit über die besseren Netzwerke verfügt.“
Moderatorin Andrea Sauermost zieht als Fazit aus der Veranstaltung, die in einem Runden Tisch fortgeführt werden soll: Die Vernetzung zwischen den einzelnen Institutionen muss im Interesse der jungen Eltern verbessert werden. Nur wenn alle Hand in Hand arbeiten, kann der Dschungel heil durchquert werden.
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