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Die Gemeinschaftsschule muss auf den direkten Einstieg in eine duale Ausbildung vorbereiten. Ausbildungsreife und Berufsorientierung müssen dabei im Vordergrund stehen. Das fordern die Industrie- und Handelskammern (IHKs) in Baden-Württemberg in ihrer Bewertung der grün-roten Pläne zur Gemeinschaftsschule, welche dem Kultusministerium diese Woche übermittelt wurde. Die Kammern warnen davor, bei der Einführung der Gemeinschaftsschule alle anderen Schularten und schulpolitisch bedeutsamen Vorhaben zu vernachlässigen. „Baden-Württemberg braucht nicht nur die Gemeinschaftsschulen“, stellt Dr. Herbert aden-Württemberg, fest. „Ganz im Gegenteil. Die Ganztagesangebote an allen Schularten, insbesondere an den Haupt- und Werkrealschulen sowie an den berufsvorbereitenden Vollzeitschulen, müssen aus pädagogischen Gründen und vor dem Hintergrund der besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie ausgebaut werden“, so Dr. Müller. Qualität im Unterricht kann nur mit qualifizierten Lehrkräften in ausreichender Zahl sichergestellt werden. Für die Berufsschulen fordern die IHKs daher in den nächsten drei Jahren jährlich rund 400 zusätzliche Lehrerstellen.
Die Kammern im Land befürworten in ihrer Stellungnahme grundsätzlich den von der Landesregierung angestrebten Verbesserungsprozess im Schulwesen einschließlich struktureller Veränderungen. Dabei bleibe aber das bewährte, mehrgliedrige und differenzierte Schulsystem mit einer hohen Durchlässigkeit zwischen allgemeinbildenden und beruflichen Schulen der Maßstab für alle Neuerungen. „Die Wirtschaft misst den Erfolg jeder Schulart letztlich daran, mit welcher Qualifikation die Schülerinnen und Schüler entlassen werden“, sagt Dr. Herbert Müller. Konkret zeige sich dies für die Betriebe an der Ausbildungsreife und der beruflichen Orientierung der Absolventen. Berufsorientierung müsse daher zum integralen Bestandteil der Bildungspläne und des pädagogischen Konzepts der Gemeinschaftsschule gemacht werden. Die beabsichtigte intensive individuelle Förderung an den Gemeinschaftsschulen müsse zudem Leistungsschwächere und Leistungsstärkere gleichermaßen einbeziehen. Die Anforderungen dürften nicht gesenkt werden. Der Ganztagesunterricht müsse dazu genutzt werden, die Betriebe verstärkt und regelmäßig in das Schulgeschehen einzubinden.
Die IHKs in Baden-Württemberg begleiten die Einführung und Gestaltung der Gemeinschaftsschule konstruktiv, zum Beispiel mit dem vom Landesministerium für Finanzen und Wirtschaft geförderten und von der IHK Region Stuttgart initiierten Programm „Ausbildungsbotschafter“, bei dem Auszubildende in die Schulen gehen und Schüler für eine betriebliche Ausbildung begeistern. Außerdem engagieren sich die IHKs für Bildungspartnerschaften zwischen Schulen und Unternehmen sowie für die Weiterbildung von Lehrern und Schulleitern. Um den Erfolg der Gemeinschaftsschule messbar zu machen, fordern die badenwürttembergischen IHKs, dass sich die Gemeinschaftsschule spätestens nach fünf Jahren einer Evaluation unterzieht. Die Diskussion um eine eigene gymnasiale Oberstufe sollte erst nach einer solchen Evaluierung ergebnisoffen aufgenommen werden.
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