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INTERNATIONAL

Investitionen im Ausland Frühjahr 2011

Auslandsorientierung der Unternehmen:
Budgets wachsen kräftiger denn je.
Die Auslandsinvestitionen der Industrieunternehmen nehmen weiter Fahrt auf. Gegenüber dem Vorjahr verbessert sich der Saldo um 39 auf 35 plus Punkte – den höchsten Wert in der Umfragehistorie. Der Anteil der Industrieunternehmen, die höhere Auslandsinvestitionen planen, hat sich gegenüber dem Vorjahr auf 44 Prozent verdoppelt. Angesichts dieser hohen Dynamik tritt der leicht sinkende Anteil der Industrieunternehmen mit Auslandsinvestitionen in den Hintergrund – zumal der Rückgang ohnehin nur minimal ausfällt (von 44 auf 43 Prozent; langjähriger Durchschnitt: 42 Prozent).

Motive: Markterschließung wichtig wie nie, Kostenmotiv nachrangig.
Das Motiv der Markterschließung bestimmt die Auslandsinvestitionen 2011 stärker als in jeder vorherigen Umfrage (35 Prozent; Vorumfrage: 29 Prozent). Insgesamt bleibt der Fokus der Auslandsinvestitionen auch 2011 auf den Vertrieb- und Kundendienst, um auf bereits erschlossenen Märkten Präsenz zu zeigen und auszubauen (43 Prozent; Vorjahr: 47 Prozent). Aus Kostengründen hingegen investieren immer weniger Industrieunternehmen im Ausland (22 Prozent; 2010: 24 Prozent) – ein gutes Zeichen für die Wettbewerbsfähigkeit des Produktionsstandorts Deutschland. Der Trend, aus Kostengründen ins Ausland zu gehen, mithin Produktion vom Inland ins Ausland zu verlagern, ist mit Ausnahme des Jahres 2008 seit acht Jahren rückläufig.

Gründe: Ran an den Kunden.
Neun von zehn Industrieunternehmen wollen mit ihren Auslandsinvestitionen nah an ihre Kunden, um unmittelbar auf deren Bedürfnisse reagieren zu können. Die Lieferantennähe ist ebenfalls besonders für Investitionen in weiter entfernten Zielregionen wichtig. Auch durch Handelshemmnisse beim Export können Auslandsinvestitionen in einigen Zielregionen begründet werden – vor allem bei Investitionen in Südamerika, in China sowie in Russland und anderen ost- und südosteuropäischen Ländern. Fast jedes fünfte Industrieunternehmen tätigt seine Auslandsinvestitionen auch, um sich gegen Wechselkursschwankungen abzusichern („Natural Hedging“) - vor allem beim Handel mit dem Dollarraum.

Wirkung im Inland: Auslandsengagement stärkt Unternehmen auch daheim.
Die hervorragende Positionierung der deutschen Wirtschaft im Ausland stärkt das Vertrauen in den Standort Deutschland. Das zeigt sich ebenfalls in den gestiegenen inländischen Investitionsabsichten. Der aktuelle Saldo der Investitionsabsichten in der Industrie fällt so gut aus wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Die expansiven Investitionspläne im Inland bekommen vor allem von jenen Industrieunternehmen Auftrieb, die auch im Ausland investieren wollen. Deren Investitionssaldo liegt mit 37 Punkten sogar zehn Punkte über dem Wert der Gesamtindustrie. Auch der heimische Arbeitsmarkt profitiert von den auslandsaktiven Industrieunternehmen. Ihr Beschäftigungssaldo liegt mit plus 29 Punkten um 13 Punkte höher als im Schnitt aller Industrieunternehmen.

Zielregionen: Wachstumsmärkte noch stärker im Fokus.
Angesichts der dynamischen wirtschaftlichen Entwicklung in Asien und Lateinamerika nehmen die deutschen Unternehmen Märkte außerhalb Europas bei ihren Auslandsinvestitionen noch stärker in den Fokus. Zielregion Nummer eins ist dabei China. Ein immer größerer Anteil der Betriebe plant jedoch auch, in Asien sowie in Nord- und Südamerika zu investieren. Mit Produktions- und Vertriebsstätten vor Ort wollen die Betriebe Türen öffnen und sich lukrative Geschäfte sichern. Schon im Zuge der Wirtschafts- und Finanzmarktkrise war nicht zuletzt die weltweite Präsenz der deutschen Unternehmen Garant dafür, dass die deutsche Wirtschaft vom vergleichsweise robusten Wachstum vieler Schwellenländer früh und kräftig profitieren konnte.

Das komplette Ergebnis der DIHK-Umfrage "Auslandsinvestitionen in der Industrie Frühjahr 2011" steht Ihnen im nebenstehenden Download-Bereich zur Verfügung.

DOKUMENT-NR. 76886

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