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KONJUNKTUR

Wirtschaftslage gut, Erwartungen gedämpft

Herbst-Konjunkturumfrage der IHK Karlsruhe

Die Wirtschaft der TechnologieRegion Karlsruhe zeigt sich im Herbst 2011 mit der aktuellen Geschäftslage mehr als zufrieden. Die Stimmung hat sich im Durchschnitt aller Branchen gegenüber dem Frühsommer sogar noch weiter verbessert. Das ist das Ergebnis der aktuellen Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer Karlsruhe (IHK). „Noch sind die Auftragsbücher gut gefüllt, aber die Unternehmen machen sich zunehmend Sorgen über die Entwicklung in den kommenden Monaten. Das verlangsamte Wachstum der Auftragseingänge aus dem In- und Ausland deutet auf eine in der nächsten Zeit schwächere Gangart der heimischen Konjunktur hin. Dementsprechend fallen die Investitionsplanungen wieder verhaltener aus. Zusätzlicher Personalbedarf ist allerdings weiterhin vorhanden“, erläutert IHK-Präsident Bernd Bechtold.

Jedes zweite Unternehmen im IHK-Bezirk bewertet seine derzeitige Geschäftssituation als gut, nach 46 Prozent im Frühsommer dieses Jahres. 43 Prozent der Betriebe melden eine zufriedenstellende Geschäftslage (Frühsommer 2011: 45 Prozent). Der Anteil der Unternehmen, die über eine schlechte Geschäftssituation klagen, ist von neun auf sieben Prozent zurückgegangen.

Das insgesamt gute Stimmungsbild zieht sich durch alle Wirtschaftszweige, die Kapazitätsauslastung ist im Schnitt weiter gestiegen. Eine besonders hohe Zufriedenheit mit dem aktuellen Geschäftsverlauf weisen die regionale Industrie, der unternehmensnahe Dienstleistungssektor und der Einzelhandel auf. Im Großhandel hat die positive Lagebeurteilung auf hohem Niveau geringfügig nachgegeben. Auch in der lange Zeit gebeutelten Bauwirtschaft hat sich die Geschäftslage weiter stabilisiert.

Die Geschäftserwartungen für die kommenden zwölf Monate fallen merklich verhaltener aus als bisher und sind auf das Niveau vom Jahresbeginn 2010 zurückgefallen. IHK-Präsident Bernd Bechtold: „Mit Blick auf die gedrosselten Wachstumsprognosen für die globale Wirtschaft, der ungelösten Schuldenkrise in Europa, den Turbulenzen an den Finanz- und Aktienmärkten und den Sorgen um die Tragfähigkeit auch der deutschen Staatsfinanzen, gehen die Unternehmen davon aus, dass sich das Tempo des Aufschwungs in der nächsten Zeit verlangsamen wird.“ Im Herbst 2011 erwartet mit einem Anteil von 57 Prozent zwar die Mehrheit der Unternehmen eine gleichbleibende Geschäftsentwicklung (Frühsommer 2011: 48 Prozent), mit besseren Geschäften rechnet aber nur noch jedes vierte Unternehmen gegenüber 44 Prozent im Frühsommer. Gleichzeitig ist der Anteil der Betriebe, die eine schlechtere Geschäftsentwicklung befürchten, von acht auf 18 Prozent angestiegen.

Die unsicheren Konjunkturerwartungen wirken sich teilweise auf die Investitionsabsichten aus. Der Planungsstand der Unternehmen im Herbst 2011 signalisiert im Vergleich zu den Vormonaten eine verhaltenere Investitionsbereitschaft. Der Anteil der Betriebe, die in den kommenden zwölf Monaten zusätzliche Investitionsausgaben im Inland vorsehen, liegt mit 22 Prozent nur noch leicht über dem Anteil der Unternehmen, die weniger oder gar nicht investieren wollen (18 Prozent). Im Frühsommer 2011 planten noch 29 Prozent der Betriebe, ihre Investitionen auszuweiten. Sechs von zehn Unternehmen werden ihre Investitionsaktivitäten auf dem bisherigen Niveau fortführen.

Die Personalplanungen der Unternehmen deuten darauf hin, dass die Zahl der Beschäftigten weiter steigen dürfte. Wie bereits im Frühsommer wollen auch im Herbst 29 Prozent der Unternehmen ihre Mitarbeiterzahl in der nächsten Zeit weiter ausbauen. Von 13 auf zehn Prozent gesunken ist der Anteil der Unternehmen mit sinkendem Personalbedarf. Die meisten Unternehmen mit expansiven Personalplänen sind in der Industrie, insbesondere der Investitionsgüterindustrie, dem Dienstleistungssektor und dem Großhandel zu finden. Im Einzelhandel hat die Einstellungsdynamik gegenüber dem Frühsommer nachgelassen, aber es sind nach wie vor mehr Neueinstellungen als Entlassungen geplant. Auch die Bauwirtschaft signalisiert zunehmenden Personalbedarf.

Oktober 2011

DOKUMENT-NR. 85616

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