Die IHK ehrt langjährige Prüfer mit Nebenius-Medaillen und Ehrenpreisen

Das Baden-Badener Kongresszentrum wird für Preisverleihungen gerne genutzt. Statt Nelson Mandela, Bill Clinton und dem Medienpreis bot die Bühne jetzt 120 Prüferinnen und Prüfern und ihren Nebeniusmedaillen Platz. In einer Feierstunde wurden sie unter der Moderation von Martin Wacker für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement für die IHK Karlsruhe ausgezeichnet: 78 Nebeniusmedaillen in Bronze für zehnjährige Prüfertätigkeit. 41 silberne Nebeniusmedaillen für 20jährige Prüfertätigkeit und 29 Ehrenpreise für 30 Jahre im Prüferamt. Erstmals wurden auch acht Sonderpreise an die seit über 40 Jahren aktiven Prüfer verliehen.

IHK-Präsident Grenke würdigt Prüfer

IHK-Präsident Wolfgang Grenke würdigte das Engagement der Geehrten: „Ihr ehrenamtliches Wirken wird in der Öffentlichkeit  häufig gar nicht so recht wahrgenommen und ist fast nur Insidern bekannt. Aber hier und heute wollen wir Ihre Leistungen öffentlich würdigen und Ihnen die Anerkennung der Wirtschaft und der IHK aussprechen. Ein Punkt bei Ihrem  Engagement  für die Auszubildenden, die Unternehmen und die Gesellschaft insgesamt ist besonders wichtig: Sie nehmen ja nicht nur Prüfungen ab, sondern vermitteln Werte.“
Grenke unterstrich den hohen Stellenwert, den die duale Ausbildung und Weiterbildung in deutschen Unternehmen besitzt: „Gerade diese Werte machen unsere duale Aus- und Weiterbildung so besonders. Diese Säulen des Wirtschaftslebens werden in den deutschen Unternehmen außerordentlich geschätzt.  Dass uns dieses System erhalten bleibt, ist ein zentrales Anliegen der IHK. Auch ich persönlich setze mich dafür ein. Als IHK-Präsident, als Unternehmer und als überzeugter Europäer. Es gibt in Brüssel immer wieder Stimmen, die unsere Ausbildungs-Standards  und das Wirken der IHKs und Handwerkskammern in Frage stellen, um durch eine Angleichung an andere Länder angeblich den freien Austausch von Dienstleistungen zu erleichtern. Eine Abwertung oder gar die Abschaffung des Kammerwesens, des Meisterbriefs, der dualen Ausbildung und  der Qualitätssicherung kommt für uns nicht in Frage, und wir wissen dabei die Politik hierzulande an unserer Seite.“
Im Talk mit Moderator Martin Wacker sprach sich auch Baden-Badens Oberbürgermeisterin Margret Mergen für die Bedeutung der dualen Ausbildung aus.

Prüfer leben auch mal gefährlich

In Interviews mit einzelnen Geehrten erfuhr man Interessantes aus den einzelnen Branchen. Altenpfleger beispielsweise sind besonders selbstbewusst, wenn man von einem Azubi ausgeht, der seinen Prüfern schon vor Beginn der Prüfung seine fertige Visitenkarte mit vollständiger Berufsbezeichnung überreichte. Größeren Gefahren sind aber die Tierpfleger ausgesetzt, die wie Prüfer Gall erklärte, von Elefanten mit Gegenständen beworfen, mit Wasser bespritzt oder von Mäusen gebissen werden. 
Es gab auch schon Prüflinge, die ohne Wettkämpfe mit Mäusen und Menschen so mit den Knien geschlottert haben, dass sie nur mit einem Glas Wasser zu beruhigen waren. 
Die vier Sängerinnen von Les Brunettes hatten gar nicht vor, das Publikum zu beruhigen. Sie riefen die Gäste der Ehrungsfeier vielmehr dazu auf, den 500 Jahre alten „Popsong“ „Die Gedanken sind frei“ mitzusingen.