Ausbildungsverkürzung

Sowohl zu Beginn als auch mitten in der Ausbildung gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Ausbildung zu verkürzen. Dabei wird unterschieden, ob es sich um eine Anrechnung beruflicher Vorbildung handelt, die Ausbildungszeit auf Antrag hin verkürzt oder vorzeitig zur Abschlussprüfung zugelassen wird. Eine Kombination solcher Maßnahmen ist möglich, um die Ausbildung zu verkürzen. Wichtig ist für eine erfolgreiche Verkürzung, dass die entsprechenden Anträge frühzeitig gestellt werden. Eine Ausbildungsverkürzung kann auch bereits vor dem Beginn der Ausbildung mit dem Ausbildungsvertrag festgelegt werden. 
Wer die Ausbildung verkürzen will, muss einen entsprechenden Antrag stellen. Das muss immer schriftlich passieren und bei Minderjährigen von den Eltern oder dem gesetzlichen Vertreter unterschrieben sein. Wichtig ist auch, dass es sich um einen gemeinsamen Antrag des Auszubildenden und des Ausbildenden (also des Ausbildungsbetriebs) handelt. 
Schon vor Beginn der Ausbildung kann festgelegt werden, dass eine Ausbildungsverkürzung möglich ist. Denn verschiedene Tätigkeiten, die vor Beginn der Ausbildung durchgeführt wurden, können angerechnet werden. Da wäre zunächst die Schule: der Nachweis der allgemeinen Hochschulreife, der Fachoberschul- oder der Fachhochschulreife können bei Ausbildungsantritt angerechnet werden und die Ausbildung um bis zu einem Jahr verkürzen (bei Fachoberschulreife maximal ein halbes Jahr). 
Doch auch wer sich nicht in der Schule, sondern beruflich gebildet hat, kann damit die Ausbildung verkürzen. Wurde beispielsweise bereits einmal eine Berufsausbildung in einem ähnlichen Bereich begonnen oder dieselbe unterbrochen und nun fortgesetzt, lässt sich auch dadurch die Ausbildung verkürzen. 
Empfehlenswert ist es, wenn eine Verkürzung geplant ist, diese an den Beginn der Ausbildungszeit zu legen, da diese Verkürzung dann auch bei der Einschulung in die Berufsschule berücksichtigt und bereits in den Berufsausbildungsvertrag aufgenommen werden kann. 
Es ist jedoch auch noch möglich, eine Verkürzung der Ausbildung zu beantragen, wenn diese schon begonnen hat. Dann muss die entsprechende Verkürzung so rechtzeitig beantragt werden, dass noch mindestens ein Jahr Ausbildungszeit verbleibt (z. B. bei einer dreijährigen Ausbildung muss eine sechsmonatige Verkürzung spätestens nach 18Monaten beantragt werden). Hierbei sollte der Antrag in Form eines Änderungsvertrags noch im ersten Ausbildungsjahr gestellt werden. 
Ist die Ausbildungszeit bereits über das erste Ausbildungsjahr hinaus fortgeschritten, ist es sinnvoller einen Antrag auf vorzeitige Zulassung zur Abschlussprüfung zu stellen. Diese vorzeitige Zulassung kann erfolgen – unabhängig davon, ob schon eine Verkürzung durch Anrechnung stattgefunden hat –  wenn man durch besonders gute Leistungen zeigt, dass man die Ziele der Ausbildungsordnung auch in der kürzeren Zeit erreicht. Dafür braucht es in der Berufsschule einen bestimmten Notendurchschnitt. Aber auch die praktischen Leistungen im Betrieb müssen gut sein. 
Die Verkürzung der Ausbildungszeit wird – wie bereits beschrieben - von dem Auszubildenden und dem Ausbildenden gemeinsam bei der zuständigen Stelle beantragt. Beide Antragsteller – Auszubildender und Ausbildender (Ausbildungsbetrieb) – müssen sicherstellen, dass der Auszubildende auch mit verkürzter Ausbildungszeit alle notwendigen Ausbildungsziele erreicht. 
Bei der Verkürzung der Ausbildung sind Regelungen zur Ausbildungsmindestdauer zu beachten. Diese schreiben vor, dass eine zweijährige Ausbildung um maximal ein Jahr, eine längere Ausbildung um maximal 1,5 Jahre verkürzt werden darf.