„Appenweierer Kurve muss bis spätestens 2030 gebaut werden“

Vernetzung der Mobilität wichtig
„Sie haben meine volle Unterstützung bei der Forderung nach dem Ausbau der Appenweierer Kurve als Kreuzungspunkt zweier transnationaler Magistralen. Sie muss bis 2030 gebaut werden, sonst liegt eine Vertragsverletzung vor.“ Mit diesen Worten sprach Regionalkonferenz-Gast Herald Ruijters, Direktor „Investitionen, innovativer & nachhaltiger Verkehr“, GD MOVE, bei der Europäischen Kommission sowohl IHK-Präsident Wolfgang Grenke als auch Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup aus der Seele. Angesichts der zu hohen Verkehrsbelastung mit 25 000 Toten auf Europas Straßen und dem Klimawandel sei eine Aufwertung alternativer Verkehrsmittel im Bereich Schienen und Wasser zwingend notwendig. Auch Claus Haberecht, Geschäftsführer der Wirtschaftsregion Mittelbaden, forderte auf der 40. Sitzung der Regionalkonferenz der TechnologieRegion Karlsruhe: „Wir müssen flexibel werden bei der Mobilität. Unser oberstes Ziel muss eine Vernetzung der unterschiedlichen Mobilitätsformen werden.“
Ruijters erklärte: „Wir brauchen Realismus, aber auch Ambitionen und Idealismus, um die Wünsche der Bevölkerung zu befriedigen.“ Die EU starte einen Aufruf an die IHKs und weitere Beteiligte, dafür zu sorgen, dass kleinere, aber dennoch zentrale Verbindungen auf die Europakarte gelangen, um förderfähig zu werden. „Sie machen es richtig, Herr Grenke. Sie gehen mit Ihren Anliegen nach Brüssel und setzen sich für die Region ein“, lobte der Verkehrsexperte.
Bei der Vorstellung des Regionalen Mobilitätskonzepts der Wirtschaftsregion Mittelbaden warf Haberecht einen Blick in die Zukunft: „Schon jetzt pendeln täglich 62000 Menschen in Mittelbaden ein und aus. Aber die Mobilität wird nochmals zunehmen. Wir müssen Wasser und Schifffahrt, wo noch deutliche Kapazitäten vorhanden sind, weiter nutzen. Auch der öffentliche Schienennahverkehr muss ausgebaut werden. Wir müssen flexibel werden bei der Mobilität.“
Als priorisierte Handlungsfelder nennt das Konzept: Die Nutzung der Mobilitäts-App RegioMOVE mit der eine Bündelung der Verkehrsangebote mit Hilfe von Carsharing, Fahrradverleihsystemen und flexiblen Verkehren möglich wäre, nachhaltige Mobilität und E-Mobilität sowie ein Ausbau und die Mehrfachnutzung von Stellplätzen.
Vor dem Hintergrund des Aachener Vertrags stehen nicht nur für Präsident Grenke die rheinübergreifenden Verbindungen ganz oben auf der Agenda. „Wenn wir den grenzüberschreitenden Verkehr nicht ausbauen, wird es keine Ausbildung über den Rhein hinweg geben“, erklärte auch IHK-Vizepräsident Roland Fitterer.
Der bevorstehende Beitritt des Nordelsass mit dem Departement Bas-Rhin zur TechnolgieRegion Karlsruhe, den Aufsichtsratsvorsitzender Mentrup einen „sensationellen Schritt“ nannte, liefere unter Umständen Gelegenheit zu einer Verbesserung der Verbindungen.
Zweites Schwerpunktthema des Abends war das Thema Marketing, vorgestellt von Richard Einstmann, Präsident des Marketing Clubs der TechnologieRegion Karlsruhe, der sich mit den Worten von IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Guido Glania „als aktiver und professioneller Berufsverband in der Region präsentierte“. Die Qualität der TRK mit ihren Leitthemen Hightech, Lebensart und Recht müsse, so forderte Einstmann, nicht nur nach Außen, sondern erst einmal auch nach Innen gespiegelt werden. Ulrich Eidenmüller vom Förderverein „FORUM RECHT“ gab zudem Einblicke in das entstehende Kommunikationsforum in Karlsruhe, das künftig ähnlich dem ZKM als Aushängeschild für die rechtsstaatliche Diskussion genutzt werden könne.
März 2019